Als der Alternativ-Kraftstoff Autogas sich auf der AMI 2004 erstmals mit einem großen Gemeinschaftsstand präsentierte, waren auf deutschen Straßen gerade einmal 30.000 flüssiggasbetriebene Fahrzeuge unterwegs. Für ihre Betankung standen knapp 600 öffentlich zugängliche Autogas-Stationen zur Verfügung. Eine Situation, in der es zweifellos noch Pioniergeist erforderte, sein Fahrzeug umrüsten zu lassen. Die finanziellen und ökologischen Produktvorteile sorgten jedoch in den folgenden Jahren für eine beispiellose Marktdynamik: 2006 war bereits die 1.000er-Grenze bei den Tankstellen überschritten und der Fahrzeugbestand auf 70.000 angewachsen. Und bis heute haben sich hierzulande etwa 460.000 Autofahrer für die schadstoffarme Antriebstechnologie entschieden. Damit ist Autogas ebenso wie im weltweiten Vergleich auch in Deutschland Marktführer bei den alternativen Kraftstoffen. Die Tankstellen-Infrastruktur wächst nach wie vor, hat aber inzwischen mit ca. 6.200 Stationen in allen Regionen eine flächendeckende Dimension erreicht. Nach aktuellen Prognosen werden im Jahr 2015 über 1 Millionen Autogas-Fahrzeuge auf deutschen Straßen unterwegs sein.
Insbesondere unter dem Aspekt eines möglichst schnellen Marktaufbaus mit entsprechender Schadstoffminderung liegen wesentliche Vorteile beim Flüssiggas-Antrieb.
Während Erdgas meist erst nach Kauf eines entsprechend ausgestatteten Neuwagens genutzt wird, können die ökologischen Potenziale von Autogas durch die problemlose Ausrüstmöglichkeit schon im Fahrzeugbestand zum Tragen kommen.
Das leichtere Handling des Tanks wegen der wesentlich niedrigeren Betriebsdrücke sowie kostengünstigere und schneller amortisierbare Ausrüstungen begünstigen diesen Trend. Den Forderungen der Politik nach einer Sicherung der nachhaltigen Mobilität kommt Flüssiggas also in hohem Maße entgegen.
Ein Blick über die Landesgrenzen zeigt: Ohne diese Option auf flüssiggasbetriebene Fahrzeuge würde Deutschland sich verkehrspolitisch ins Abseits stellen. Innovative Antriebskonzepte, so der Fortschrittsbericht des Bundeskabinetts, müssen ins internationale Umfeld passen:
„Eine national ausgerichtete Kraftstoffstrategie macht gerade für Deutschland mit seiner in hohem Maße exportorientierten Automobilindustrie und seiner Lage im Herzen Europas keinen Sinn.“